40 Jahre Landesgartenschauen in Bayern

Bayerische Landesgartenschauen bringen Grün ins Grau, Leben in die Stadt und sie schaffen Räume für Erholung, ein gutes Klima und Lebensqualität. Es ist ein Fest für Monate, aber eine Investition für Generationen. Und das seit 40 Jahren. In dieser Zeit wurden etwa 521 Hektar dauerhafte Grün- und Erholungsflächen in Bayern geschaffen. „Das ist eine großartige Bilanz und wir sind stolz, maßgeblichen Anteil an diesem Erfolg zu haben“, so der Geschäftsführer der Bayerischen Landesgartenschau GmbH Martin Richter-Liebald.

1980 gab es in Bayern die erste Landesgartenschau, ein beispielloses Infrastrukturprogramm, mit dessen Hilfe Hunderte Hektar wertvoller Freifläche im Freistaat geschaffen wurden. Dieses Jubiläum begeht die Bayerische Landesgartenschau GmbH gemeinsam mit den Kommunen und dem bayerischen Umweltministerium, das seit 40 Jahren Landes- und Regionalschauen mit insgesamt rund 71 Millionen Euro sowie mit 22,8 Millionen Euro aus EU-Mitteln gefördert hat.

Landesgartenschauen in Bayern waren von Anfang an nie Blümchenschauen. Von der ersten bayerischen Landesgartenschau in Neu-Ulm 1980 an waren sie immer ein Instrument zur städtebaulichen Entwicklung und Förderung von Grün in der Stadt, zur Verbesserung des Stadtklimas, des Wohnumfeldes und des Freizeit- und Naherholungsangebotes – eine Forderung, die erst mit der Diskussion um den Klimawandel von der breiten Öffentlichkeit ernst genommen wird.

Zwischen Neu-Ulm 1980 und Ingolstadt 2020 haben sich die Herausforderungen stark verändert, die verstärkte Teilhabe der Bürgerschaft trug dazu ebenso bei wie Umweltschutz, Klimapolitik, Biodiversität und eine sich den Veränderungen anpassende Stadtentwicklung.

In Neu-Ulm wurde die bestehende historische Glacis-Anlage mit ihren Befestigungsbauten zu einem gestalterisch hochwertigen und dauerhaft nutzbaren Freiraum entwickelt und die Flusslandschaft der Donau als wichtige Freiraumzäsur im städtebaulichen Kontext herausgearbeitet. Für Neu-Ulm erforderte das besondere Anstrengungen, denn das Instrument Landesgartenschau war noch nicht etabliert. Zudem musste mit Ulm auf der Seite Baden-Württembergs sowohl ein zweiter kommunaler Entscheidungsträger als auch zwei Landesregierungen und zwei Fördergeber in ihrem Vorgehen miteinander koordiniert werden, denn die erste Landesgartenschau in Bayern und Baden-Württemberg fand grenzübergreifend in Ulm und Neu-Ulm statt.

Ingolstadt hat da heute eine deutlich bessere Ausgangslage. Zum einen ist das Instrument Landesgartenschau inzwischen gut eingespielt, ebenso die Zusammenarbeit der Kommunen mit der Bayerischen Landesgartenschaugesellschaft, die es seit 1978 gibt. Zum anderen ist die Stadt an der Donau zum zweiten Mal in 40 Jahren Gastgeber.

Im dicht besiedelten und industriereichen Ingolstädter Nordwesten entsteht ein familienfreundlicher Naherholungsraum für die Menschen der Region, der angesichts der positiven Wirtschaftslage und des stetigen Bevölkerungswachstums das ökologische Gleichgewicht für kommende Generationen bewahrt. Das 23 Hektar große Gelände grenzt im Westen an ein Einkaufs- und im Osten an ein Güterverkehrszentrum. Ein Naherholungsraum für die dort lebenden Menschen fehlte lange Zeit. Mit dem Gartenschaugelände ändert sich das. Gleich drei Stadtviertel erhalten einen Frischluftpark, der durch einen sechs Kilometer langen Radweg erschlossen wird.

Egal ob Uferrenaturierung, Hochwasserschutz, Erweiterung oder Aufwertung bestehender Grünflächen, Verbesserung der Infrastruktur durch die Anlage von Seen, Fußgängerstegen oder Radwegen und Brücken, unverändert geblieben ist der Wert einer Landesgartenschau. Ungeachtet von Besucherzahlen ist die Schaffung nachhaltiger dauerhafter Freiraumanlagen der größte Erfolg einer Gartenschau.

Neuerdings geht es auch verstärkt um übergreifende Aufgaben, wie um die Wiederherstellung von großformatigen Landschaften oder die Entwicklung und Profilierung von Metropol-Regionen. Gartenschauen können vieles. Der Nutzen für die durchführenden Städte und Gemeinden könnte kaum vielfältiger sein. Gartenschauen fördern den Tourismus, erhöhen die Lebensqualität, verbessern das Image, beleben das Investitionsklima, schaffen neue Arbeitsplätze und unterstützen Innovationen.

 

Schwerpunktthemen bei bayerischen Gartenschauen von 1980 bis 2026

 

Beispiele
Reparatur städtebaulicher Fehlentwicklungen

z.B. Rückbau von Straßen, Umsiedlung von Industrie und Gewerbe, Begrünung und Bebauung von Konversionsflächen, Schaffung einer (grünen) Mitte

Ingolstadt 1992

Burghausen 2004

Marktredwitz 2016

Marktredwitz 2006

Neu-Ulm 2008

Kirchheim 2024

Aufwertung von Wohn- und Freizeitqualität im Siedlungsraum

z.B. Schaffung eines grünen Wohnumfeldes, Schaffung von Naherholungsanlagen, zukunftsweisende Wohnbebauung

Dinkelsbühl 1988

Würzburg 2018

Stadtentwicklung durch begleitende Maßnahmen

z.B. Platzgestaltung, Wegeführung, Hotels, Gastronomie, etc.

Rosenheim 2010

Tirschenreuth 2013

Vernetzung vorhandener und neuer Grünanlagen

Betrachtung des gesamten städtischen Raums hinsichtlich Grünversorgung, Verbindung von Stadt und Landschaft, Verbesserung der Lebensräume für Flora und Fauna

Neumarkt 1998

Neustadt bei Coburg 1999

Cham 2001

Langfristige Flächensicherung für Grün

Für Stadtgrün, neue Parkanlagen, Naherholung

(wird durch Bodenspekulation immer wichtiger)

Jede Gartenschau

Bamberg 2012

Ingolstadt 2020

Kirchheim 2024

Herstellung von nutzbarem Retentionsraum, Hochwasserschutz

Förderung von Auenbereichen, Auenvegetation in der Stadt, verbunden mit verträglicher Freizeitnutzung

Amberg 1996

Deggendorf 2014

Bayreuth 2016

Herstellung und Schutz von Biotopen im Siedlungsraum

z.B. Magerstandorte, Teiche, wechselfeuchte Senken, Fledermaushabitate, Amphibien, etc.

Straubing 1989

Ingolstadt 1992

Bayreuth 2016

Information über Ökologie und Umweltschutz

z.B. Umweltstation, Ökologisches Haus, Naturkundepark

Würzburg 1990

Hof 1994

Sonderthemen

z.B. Erweiterung botanischer Garten, Parkdenkmalpflege, Erhalt historischer Gebäude, Völkerverständigung

Augsburg 1985

Hof 1994

Marktredwitz 2016

Stadtmarketing

Steigerung des Bekanntheitsgrades

Ingolstadt 1992

Wassertrüdingen 2019

Förderung des sozialen Miteinanders vor, während und nach einer Gartenschau

Vorbereitung und Beteiligung an Ausstellungsbeiträgen, Kulturprogramm, etc. Fördervereine, hohe Identifikation mit den neuen Parkanlagen und starke Nutzung nach der Gartenschau

Jede Gartenschau
Ausstellung: Informations- und Diskussionsforum für alle Themen im Bereich Natur und Umwelt

Themen immer aktuell am Puls der Zeit, umfangreiches Informationsprogramm, Umweltbildung, unterstützt durch viele Partner

Jede Gartenschau

Pressekontakt:
Petra Pintscher
Kommunikation

Bayerische Landesgartenschau GmbH
Sigmund-Riefler-Bogen 4
81829 München
Telefon 0175 2416621
petra.pintscher@lgs.de[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]