Presseinformation // Ingolstadt: Bayerische Landesgartenschau GmbH begrüßt Verschiebung auf 2021

Nach der Sitzung des Aufsichtsrats der Landesgartenschau Ingolstadt 2020 GmbH sprachen sich die Vertreter des Mitveranstalters, der Bayerischen Landesgartenschau GmbH, für eine Verschiebung auf 2021 aus. Von einer vorzeitigen Öffnung des Gartenschaugeländes wird aus fachlicher Sicht dringend abgeraten.

Roland Albert, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Landesgartenschau Ingolstadt 2020 GmbH, Präsident des Bayerischen Gärtnerei-Verbandes e.V. und Vorsitzender der Bayerischen Landesgartenschau GmbH: „Wir haben uns natürlich alle auf unsere Landesgartenschau gefreut, und selbstverständlich war da zunächst die Enttäuschung, dass das nicht klappen wird. Aber wir haben ja auch eine Verantwortung, nicht nur gegenüber unseren Gästen, sondern auch dem Team gegenüber. Eine Landesgartenschau Ingolstadt 2020 ist unserer Ansicht nach mit zu vielen Einschränkungen verbunden, daher sind wir froh, dass seit einigen Wochen über eine Verschiebung nachgedacht wird. Nur eine „halbe“ Landesgartenschau durchzuziehen, mit viel Verzicht auf wesentliche Teile, wie all die schönen Veranstaltungen und die lebendigen Ausstellungsbeiträge, und mit etlichen Beschränkungen, das erschien uns der Sache nicht angemessen. Hinzu kommen die finanziellen Verluste, die wir nach unserem Dafürhalten am besten mit einer guten Landesgartenschau 2021 einigermaßen in den Griff bekommen.“

Die nun vielfach angestoßene Diskussion, das Gelände wenigstens temporär und teilweise zu öffnen, wäre für die Bayerische Landesgartenschaugesellschaft mit zu vielen schwerwiegenden Nachteilen verbunden.

Martin Richter-Liebald, Geschäftsführer der Bayerischen Landesgartenschau GmbH: „Ein wesentlicher Punkt bei der Betrachtung der finanziellen Belastung ist vor allem der vom Finanzamt gewährte Steuervorteil in Höhe rund 6,5 Millionen Euro, der bei einer vorzeitigen Öffnung des Parks ohne Durchführung einer Landesgartenschau vermutlich verloren ginge. Bei den Investitionsmaßnahmen und den Durchführungskosten für die Landesgartenschau wurde der Stadt Ingolstadt ein Vorsteuerabzug in dieser Größenordnung durch die Finanzverwaltung gewährt. Auf Grundlage der bisherigen Gespräche müssen wir davon ausgehen, dass dieser Betrag zurückerstattet werden müsste. Der gewährte Steuervorteil setzt eine nachhaltige Unternehmung nach dem Umsatzsteuergesetz voraus, das heißt, Entgelte dürften nicht nur rein symbolisch sein, sondern müssen konkret zur dauerhaften Finanzierung der Unternehmung angelegt sein.“

Auch aus der Sicht der Aussteller und der Gärtner spricht alles gegen eine vorzeitige Teilöffnung, die auch mit finanziellem und personellem Aufwand verbunden wäre, sodass die dringend gebotenen Einsparmöglichkeiten, mit denen schon vor der geplanten, dann aber abgesagten Eröffnung am 24. April begonnen wurde, konterkariert würden. Richter-Liebald: „Weder die Ausstellungsbeiträge noch das Gesamtgelände stellen sich in adäquater Qualität dar. Viele Arbeiten wurden ja sofort gestoppt, etliche Bereiche von den Gärtnern und Ausstellern aus Kostengründen gar nicht mehr fertiggestellt, es entstünde also ein komplett falscher Eindruck von der Landesgartenschau in Ingolstadt. Viele nicht schöne Bilder kämen in Umlauf, wie soll da das LGS-Team im kommenden Jahr erfolgreich Werbung für eine erfolgreiche Gartenschau betreiben können?“

Gerhard Zäh, Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern e.V.: „Dieser halbfertige Eindruck würde die ganze Arbeit unserer Betriebe zunichtemachen, die sich teils jahrelang auf die Gartenschau vorbereitet und eine Menge Geld investiert haben, das muss man schon verstehen. Wir nutzen jedes Sparpotenzial und werden nach dem Frühjahrsflor, der in den nächsten Tagen rauskommt, keinen Sommerflor nachpflanzen. Es wird also keine neue Blütenpracht mehr geben. Und natürlich werden wir auch den Pflegeaufwand auf ein Minimum reduzieren in diesem Jahr, das ist das Gebot der Stunde. Wir werden erst wieder vor der Eröffnung der Landesgartenschau 2021 Vollgas geben. Das heißt, auch hier entstünde ein völlig falscher Eindruck von der Qualität unserer Arbeit.“ Hinzu komme, dass die Aussteller für ihre eigenen Beiträge die Haftung übernehmen, das heißt, sie müssten alles absperren und sichern und bewachen lassen. Das sei mit enormem Aufwand verbunden, auch finanziell.

Auch viele Vereine und Organisationen würde eine Öffnung vor große Probleme stellen. „Sie könnten sich ja gar nicht angemessen präsentieren, denn ihre Beiträge leben ja auch von der Aktion, zum Teil auch von Technik und Präsentationen, die ja gar nicht mehr installiert wurden. Durch die augenblickliche Situation auf dem Gelände entstünde ein völlig falscher Eindruck und Enttäuschungen wären programmiert“, so die Geschäftsführerin der Landesgartenschau Ingolstadt 2020 GmbH, Eva Linder. „Das muss man doch verstehen, schließlich steckt in allen Beiträgen so viel Engagement und Herzblut. Und wir haben bereits entsprechende Rückmeldungen von Akteurinnen und Akteuren, die das genauso so sehen.“

Das Gelände nur für die Bevölkerung Ingolstadts zu öffnen, wäre aus Sicht der Bayerischen Landesgartenschau GmbH das völlig falsche Signal. Richter-Liebald:  „Wie käme das denn an bei den künftigen Gartenschaubesuchern aus nah und fern, die wir 2021 so dringend brauchen? Man kann da niemanden ausgrenzen. Also müsste man alle Menschen reinlassen und wie soll das unter Corona-Bedingungen abgewickelt werden, mit zeitlicher und personeller Beschränkung und all den notwendigen Schutzmaßnahmen? Das wäre ein gewaltiger Aufwand, denn an einem Tag mit schönem Wetter würde das Gelände mit Sicherheit gestürmt.“

Foto: Blick vom Piussteg © HD-Photography

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