Zwei Landesgartenschauen für Architekturpreis nominiert

Gleich zwei bayerische Landesgartenschauen sind für den Bayerischen Landschaftsarchitekturpreis 2026 nominiert: Furth im Wald 2025 und Kirchheim bei München 2024. 17 in Bayern realisierte Projekte sind noch im Rennen um die Auszeichnung, die der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten Bayern vergibt.

In Furth im Wald fand 2025 die Landesgartenschau statt. Das Konzept (Planung Planorama GmbH Berlin) knüpft an die besondere Lage der Stadt an der Grenze zu Tschechien entlang der Strecke Nürnberg-Pilsen gelegen, an und entwickelt zwei landschaftliche Räume: die Kalte Pastritz westlich der Altstadt und die Chamb im Süden. Die Gewässer treten aus ihrer technischen Fassung heraus, werden geöffnet, erweitert und als prägende Elemente des Stadtraums neu inszeniert. Entlang ihrer Ufer entstehen zusammenhängende Freiräume, die verbinden, verknüpfen und neue Zugänge zur Landschaft eröffnen.

Besonders hebt die Jury, die die Nominierung vorgeschlagen hat, den Drachensteg als verbindendes Element des gesamten Freiraums hervor. Aus der Erzählung des Drachenstichs entwickelt, übersetzt er die lokale Geschichte in eine räumliche Bewegung. Als geschwungene Linie legt er sich in die Landschaft und verbindet die Parkteile zu einem zusammenhängenden Gefüge. Der Drachensteg wird so zu einem neuen Zeichen der Stadt – ein Ort der Bewegung, der Begegnung und der Erinnerung, der Vergangenheit und Zukunft miteinander verbindet.

Kirchheim bei München 2024: Schon seit 1978 bilden Kirchheim bei München, Heimstetten und Hausen eine Gemeinde. Doch die Ortsteile waren räumlich komplett voneinander getrennt – und auch sonst waren die Bezüge gering, die Verwaltung dezentral organisiert. Dies änderte sich mit der Landesgartenschau 2024 (Planung SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin).

Über dieses Instrument wurde unter dem Motto „Zusammen.Wachsen.“ mit dem „Ortspark“ die städtebauliche Verbindung der beiden bisher getrennten Gemeindeteile Kirchheim und Heimstetten umgesetzt. Nun verbindet der neue Ortspark die Gemeindeteile autofrei, schafft eine grüne Mitte und ein neues Zentrum für die gesamte Gemeinde. Ein neues Rathaus, Schulen, Kitas, Seniorenheim, neue Wohnungen etc. liegen direkt am Park. Mit diesem neuen Herz entsteht auch ein neues Selbstverständnis als Gemeinschaft.

Der Landschafts-Architektur Preis wird seit 2020 vom Landesverband Bayern des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekt:innen (bdla) ausgelobt und findet im zweijährigen Rhythmus statt. Der Wettbewerb würdigt Projekte und Planungen in Bayern, die sich durch innovative und nachhaltige Außen- und Landschaftsräume von hoher Qualität sowohl in der Neuanlage als auch im Bestand auszeichnen. Die Bekanntgabe aller Gewinner:innen erfolgt am 30. Oktober.

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